Le Corbusier

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Le Corbusier

Le Corbusier hat die Moderne in der Architektur und im Möbel-Design eingeführt:

Le Corbusier könnte auch »umstritten« als seinen zweiten Namen tragen, obwohl die Moderne in Architektur und Design untrennbar mit seinem Künstlernamen verbunden ist. Der 1887 als Charles-Edouard Jeanneret-Gris geborene Schweizer studiert Anfang des 20. Jahrhundert Malerei und Architektur. Beeinflusst von der »Arts- and Craft-« Bewegung und dem »Art-noveau« Design  tragen seine frühen Bauten vor dem Ersten Weltkrieg eher eine klassistische Prägung, als die später bekannte Signatur seiner modernen Architektur und Design. Zahlreiche Studienreisen durch ganz Europa und die prägende Bekanntschaft mit Peter Behrens und Frank Lloyd Wright lassen in Le Corbusier genauso eine neue Idee des Hausbaus reifen wie in Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe, den späteren Bauhaus-Köpfen.

Als Leiter der Schweizer École d’Art in La Chaux-de-Fonds meldet er zusammen mit dem Ingenieur Max du Bois schon 1914 ein Patent auf das Bausystem »Dom-ino« zur industriellen Serienfertigung von Häusern in Stahlbeton-Skelett-Bauweise an. In den 1920er Jahren formuliert Le Corbusier seine berühmten »Fünf Punkte zu einer neuen Architektur«: Statt einem typischen Aufbau von ausgeschachtetem Keller mit aufeinanderfolgenden Etagen stehen seine neuen Bauten auf Stützen in konsequenter Trennung zwischen tragenden und lediglich raumabschließenden Elementen. Durch die angehobene Bauweise wird dem Haus die Bodenfeuchte entzogen und eine Gartenfläche unterhalb des Hauses geschaffen. Zudem winkt eine zusätzliche Gartenfläche auf den stets als Flachdächern gebauten Häusern. Die tragende Skelett-Bauweise ermöglicht sowohl eine freie Grundriss- als auch Fassaden-Gestaltung: Nicht nur kann die Raumanordnung innerhalb jeder Etage individuell angepasst, sondern auch Fenster aufgrund der größeren Abstände zwischen den Stützen breiter als hoch eingebaut werden. Ebenso ist die Fassade nicht an die innere Raumaufteilung gebunden und somit ein flexibles Wohn-Design möglich.

Umgesetzt ist diese innovative Architektur in zwei Häusern der Weißenhof-Siedlung, die 1927 in Stuttgart vom Deutschen Werkbund unter der Leitung des dem Bauhaus verbundenen Ludwig Mies van der Rohe errichtet wurden. Ziel war es einen innovativen Wohnungsbau zu gestalten, nicht eine gewachsene Siedlungsstruktur zu schaffen. Nicht nur Le Corbusier und Ludwig Mies van der Rohe zeigen sich als innovative Architekten der Neuen Sachlichkeit auch Mart Stam, Peter Behrens, Josef Frank und Walter Gropius, den Bauhaus-Leiter. In nur 21 Wochen entstanden 21 Häuser mit insgesamt 63 Wohnungen, wobei die innovative und schnelle Stahlbeton-Skelett-Bauweise teilweise eingesetzt wurde.

Aber nicht nur in der Architektur setzt Le Corbusier in den 1920er Jahren Maßstäbe, sondern auch im Design: Der Legende nach soll der Tanz der berühmten Josephine Baker ihn zum Entwurf der heute als Designklassiker gehandelten Le Corbusier Möbel geführt haben. Zusammen mit seinem ihn stets begleitenden Vetter Pierre Jeanneret und der Designerin Charlotte Periand gestaltet Le Corbusier für den Pariser Herbstsalon 1929 eine Tisch- & Stuhl-Reihe aus Stahlrohr und Leder: Die bis heute hergestellten Designermöbel »LC1« bis »LC7« umfassen einerseits das kompakte in gebogenem Stahlrohr fast schon gezwängte Sofa »LC2« und den dazugehörigen Sessel »LC3«, andererseits die extravagant hervorstechende Liege »LC4« mit ihrer typischen Nackenrolle. Zudem inspiriert er die irische Designerin Eileen Gray zu ihren puristischen Designermöbel- und Leuchten-Entwürfe. Alle diese Designermöbel-Entwürfe können eine Nähe zu den früher vorgestellten Stahlrohr-Möbeln der Bauhaus-Entwickler um Marcel Breuer, Mart Stam und Ludwig Mies van der Rohe nicht verschweigen. Umstritten ist Le Corbusier weniger wegen seiner modernen Designermöbel, sondern eher wegen seiner in den 1920er Jahren publizierten Städtevisionen, in denen er zum Beispiel den Abriss der Pariser Innenstadt bis auf wenige Baudenkmäler fordert, und seine politisch indifferente Stellung in den 1930er/40er Jahren. Unumstritten dagegen sind seine zahlreichen, innovativen Bauten nach dem Zweiten Weltkrieg: Von der als »Wohnmaschine« betitelten Wohnblöcken in minimalistischem Design, deren modulare Bauweise auch die Eames zu ihrem Case Study House inspiriert, bis zur expressiven Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp.

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