Bauhaus

27 Produkt(e) gefunden

Große Ansicht Kleine Ansicht

27 Produkt(e) gefunden

Große Ansicht Kleine Ansicht

Bauhaus

Bauhaus – die Wiege des modernen Designs in den 1920er Jahren:

Das Bauhaus wurde 1919 von dem Berliner Architekten Walter Gropius in Weimar als Design- und Kunstschule gegründet. Ihm schwebt eine moderne Schule vor, in der Künstler, Handwerker und Auftraggeber eng zusammenarbeiten, um einen neuen Gestaltungsansatz in allen Bereichen der Architektur, der Kunst, im Produkt- und Möbel-Design durchzusetzen. Es ist kein totaler Neubeginn, startet die neue Schule aus der Vereinigung der Kunstschule in Weimar mit der 1907 von Henry van de Velde gegründeten Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar. Beide Architekten verfolgen dasselbe Ziel, das Kunsthandwerk wieder zu beleben, jedoch nicht um die herrschende Ästhetik des Historismus zu stärken, sondern um eine neue, handwerklich ausgereifte Formensprache in Architektur und Design zu entwickeln, die einer industriellen Herstellung gerecht wird.

Zahlreiche namhafte Künstler unterstützen Walter Gropius bei dem Aufbau des Bauhauses: Lyonel Feininger verfeinert die Drucktechniken, Johannes Itten entwickelt die Grundlagen der Farbenlehre entschieden weiter, die Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee nicht nur in ihren Kursen, sondern in ihrem eigenen künstlerischen Schaffen übernehmen. Selbst die Forderung der Vereinfachung auf das Wesentliche, die geometrische Form als Grundform zu berücksichtigen, findet sowohl in Gemälden der Zeit als auch in der Architektur seinen Widerhall. Das 1923 in Weimar entstandene Musterhaus »Am Horn« widerspiegelt die innovativen Ansätze: Von außen geradezu nüchtern im Stil der Neuen Sachlichkeit gestaltet, werden im Inneren alle Räume ausgehend von einem großen zentralen Hauptraum, dem Wohnzimmer, ringsum angeordnet. Diese Raumkonzeption in einer Art »Wabensystem«, von Walter Gropius der »Baukasten im Großen« genannt, entwickelt fast zeitgleich und sich gegenseitig in ihrer Arbeit befruchtend bzw. wettstreitend ebenfalls Le Corbusier.

Aus politischen Gründen und einer großzügigen Förderung des Flugzeugbauers Hugo Junkers zieht das Bauhaus 1925 erstmals von Weimar nach Dessau. Der von Walter Gropius entworfene Neubau mit seinem durchgehend verglasten Werkstattflügel setzt nicht nur einen weiteren markanten Architektur-Meilenstein der Neuen Sachlichkeit, sondern vor allem die Kombination mit den sogenannten»Meisterhäusern«: Diese Wohnhäuser setzen konsequent in ihrer Architektur die geforderte Einheit von Wohnen und Arbeiten um. In diesen fruchtbaren Jahren entstehen die ersten Möbel-Entwürfe aus dem neuartigen Material Stahlrohr: Marcel Breuer entwirft zusammen mit Mart Staam und Ludwig Mies van der Rohe den innovativen Freischwinger, der zugleich industriell hergestellt wird. Der junge Wilhelm Wagenfeld entwickelt seinen Designklassiker, die »Wagenfeld« Tischleuchte in zwei Ausführungen mit metallenem oder gläsernem Fuß. Marianne Brandt setzt den minimalistisch funktionalen Ansatz von Ludwig Mies van der Rohe, »form follows function«, in Haushaltsgeräten mit stromlinienförmigem Design um. Somit greift die von Walter Gropius geforderte Zusammenarbeit zwischen Designer, Industrie und Handwerk erfolgreich.

Die günstige Entwicklung einer innovativen Formensprache in Architektur, Möbel-Design und Kunst wird jäh durch die politische Entwicklung des Nationalsozialismus Ende der 1920er Jahre gestoppt. International wird der Bauhaus-Gedanke zwar 1932 in der überaus erfolgreichen Ausstellung »The Modern Architecture: International exhibition« des Museum of Modern Art in New York sowie im dazugehörigen Buch »The International Style« gewürdigt, der Siegeszug der neuentwickelten Architektur und Design setzt sich somit aber nur in den USA fort, während das zuletzt als Privatschule geführte Bauhaus 1933 in Berlin seine Pforten schließt. Zahlreiche Mitglieder emigrieren und tragen durch ihre Arbeiten zur Verbreitung des innovativen Bauhaus-Gedanken bei: Walter Gropius führt mit Marcel Breuer den Aufbau eines Architekturstudiums an der renommierten Harvard Universität durch. László Moholy-Nagy baut ab 1937 im amerikanischen Exil das »New Bauhaus« auf. Ludwig Mies van der Rohe nimmt eine Lehrtätigkeit am Armour Institut in Chicago an. Viele amerikanische Architektur- und Design-Studenten der 1930er und 1940er Jahre werden somit vom Bauhaus-Gedanken infiziert: Selbst Ray und Charles Eames bedenken bei jedem Möbel- und Design-Entwurf die industrielle Umsetzung in Form von Material- und Arbeitszeit-Kosten.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernimmt die 1953 neugegründete Hochschule für Gestaltung in Ulm in Deutschland den modernen Ansatz in Architektur und Design durch ihren ersten recht bestimmenden Leiter, den Schweizer Bauhaus-Absolventen Max Bill.

Achtung! Information