Ufficio Tecnico Alessi

4 Produkt(e) gefunden

Große Ansicht Kleine Ansicht

4 Produkt(e) gefunden

Große Ansicht Kleine Ansicht

Ufficio Tecnico Alessi

Als »Werkstatt und Gießerei zur Verarbeitung von Messing- und Neusilberplatten« wird Alessi 1921 gegründet, ist aber zu dieser Zeit nur eine unter vielen metallverarbeitenden Betrieben im italienischen Omegna an den Ufern des Ortasees, weit im Norden Italiens. Giovanni Alessi ist ein geschickter Dreher und die handgefertigten Küchen- und Haushaltsprodukte seines Hauses sind überwiegend Auftragsarbeiten auf Bestellung. Dies ändert sich erst während des zweiten Weltkriegs, als die Blockade die Rohstoffzufuhr verknappt und das Militär zum Großserien-Auftraggeber wird: Uniformsternen und Motoren-Bauteilen für die landeseigenen Truppen folgt 1944/45 eine vermehrte Nachfrage von Suppenkellen seitens der amerikanischen Besatzer. Carlo Alessi, in den 1930er Jahren als ausgebildeter Designer in das Unternehmen seines Vaters eingetreten, nutzt das Moment der Großproduktion, um erstmals mit eigenen Design-Entwürfen eine Marktnachfrage auszuloten. Damit diese auch bedient werden kann, wendet man sich von den chromierten Metallen und Silberlegierungen ab. Alessi favorisiert den Stahl, der sich leichter und vielfältiger verarbeiten lässt, als Werkstoff der Zukunft. Zu dieser Zeit gesellt sich auch Carlos Bruder Ettore zur Unternehmensspitze, der als technischer Leiter die Zusammenarbeit mit externen Designer bzw. Architekten beginnt.

Als der jetzige Unternehmenschef Alberto Alessi bei seinem Familienunternehmen anfängt, gewährt ihm sein Vater Carlo weitreichende konzeptionelle Freiheiten, die bis heute aktuell sind. Die »kulturtheoretischen Programme« des gelernten Juristen balancieren gekonnt zwischen Design-Utopie und Machbarkeit und nähren seit 1970 nach wie vor einen beeindruckenden Fluss aus attraktiven, originellen und einzigartigen kreativen Gebrauchsgegenständen. Die philosophische Progressivität Alberto Alessis wissen auch all jene Designer zu schätzen, die in den letzten Jahrzehnten zu Werke gingen: Unter anderem die Designer Ettore Sottsass, Richard Sapper, Achille Castiglioni, Alessandro Mendini, Michael Graves, Philippe Starck, David Chipperfield, Piero Lissoni und Stefano Giovanonni stehen als Schöpfer von Design-Gegenständen, die mittlerweile einen nahezu ikonischen Beiwert besitzen – man denke nur an die mysteriöse dreibeinige Zitruspresse »Juicy Salif« von Philippe Starck oder den berühmten »Vogelflöten-« Wasserkessel von Michael Graves. Heute werden diese in modernisierter elektrischer Form angeboten: der »WA 09-Hot-it« Wasserkocher von Weil Arets und die elektrische Zitruspresse von Stefano Giovanonni.

Trotzdem lehnt Alberto Alessi es ab, seine Herangehensweise als Weltanschauung zu vermarkten. Vielmehr sieht er Alessi als »Forschungslabor für angewandte Kunst«, das sich mit der Hilfe von derzeit etwa 500 Design-Experten (Alessi beschäftigt keine eigenen Designer) und im Rückgriff auf die alten Werte traditioneller Fertigung an den Wünschen und Träumen anderer Menschen orientiert. Wenn es um Philosophien geht, dann zieht Alessi es vor, sich an der Ideen- und Grundsatzwelten der britischen Arts & Crafts-Bewegung, der Wiener Werkstätten und des Bauhaus zu orientieren. Von dieser geerdeten Freigeistigkeit zeugt auch das für Journalisten, Forschern und Studenten zugängliche Alessimuseum, das nicht nur viele unveröffentlichte Projektentwürfe des Unternehmens beherbergt, sondern Gebrauchs- und Gebrauchskunstgegenstände aus aller Herren Länder zeigt. Zudem betreibt Alessi für den Verkauf seiner rund 3.000 aktuell gelisteten Design-Produkte gut zwei Dutzend eigene Flagship-Stores sowie mehrere Hundert Verkaufsstellen weltweit.

Achtung! Information